Überregionale Schulentwicklungsplanung

Der demographische Wandel ist vor allem im ländlichen Raum stärker zu spüren als in den Ballungszentren. Die demographischen Veränderungen haben bereits heute Auswirkungen auf die Schulstruktur in den Gemeinden des Kreises Euskirchen. Ein gesundes und zukunftsorientiertes Schulsystem im Kreis Euskirchen ist Voraussetzung um auch zukünftig für junge Familien interessant zu sein.

Als Schulträger liegt die Schulentwicklungsplanung in der Hoheit der Gemeinden. Unter dem Aspekt der kommunalen Selbstverwaltung, war es für die Kreistagsfraktion eine Selbstverständlichkeit das diese Aufgabe von den Kommunen ohne Einmischung des Kreistages erledigt wird.

Schulentwicklungsplanung von heute, darf sich jedoch nicht allein auf prognostizierte Schülerzahlen innerhalb der Gemeinde stützen, vielmehr sind Veränderungen im gesamten Umfeld zu berücksichtigen um Fehlplanungen zu vermeiden.

Das spürbare Wegbrechen von Schülerzahlen jetzt und in naher Zukunft macht an Gemeindegrenzen nicht halt, so dass eine interkommunale und überregionale Schulentwicklungsplanung sinnvoll und zielführend sein kann. Eine überregionale Planung kann Wechselwirkungen und Schülerströme zwischen den Schulen verschiedener Träger besser berücksichtigen und kann dabei wertvolle Hinweise und Handlungsempfehlung liefern.

Die FDP Kreistagsfraktion favorisiert heute eine überregionale Schulentwicklungsplanung, damit es nicht zur Benachteiligung einzelner Regionen im Kreis kommt. Ziel aller Bestrebung muss es in der Zukunft sein, nach Möglichkeit alle Schulformen in den einzelnen Regionen des Kreises anbieten zu können. Eine überregionale Schulentwicklungsplanung bietet für alle Kommunen ein Rahmen um ein zukunftsfähiges Konzept erstellen zu können. Wir dürfen nicht, bei immer weniger Schülern, immer mehr neue Schulen gründen. Wenn der Blick über den Tellerrand aus bleibt, wird es am Ende nur Verlierer geben.

Haushaltsrede im Kreistag zum Haushalt 2015

Sehr geehrter Herr Landrat,
Sehr geehrte Damen und Herren,

© DOC RABE Media - Fotolia.com
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als am 1. Oktober vom Kreiskämmerer die Eckdaten zum heute zu beschließenden Haushaltsplan für das Jahr 2015 vorgestellt wurden, war es im Grunde keine große Überraschung, dass sich der Zuschussbedarf weiter erhöhen wird. Diese Entwicklung können wir bereits seit einigen Jahren beobachten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich daran auch die kommenden Jahre nichts ändern. Auch wir verschließen nicht die Augen vor den steigenden Aufgaben, vor allem im Sozialbereich.

Auf die Art und Weise wie sich der Kreis finanziert, brauche ich nicht weiter einzugehen, das ist allen Anwesenden bekannt. Und jeder von Ihnen, meine Damen und Herren, die oder der noch nicht den Kontakt zur Gemeinde verloren hat, weiß, dass die Entwicklung der Kreisumlage nicht mit Applaus aufgenommen wird.

© Robert Kneschke - Fotolia.com
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Trotz steigender Steuereinnahmen auf Bundes- und Landesebene in den letzten Jahren, ist die finanzielle Ausstattung der Kommunen schlecht. Die Einnahmen der kommunalen Familie reichen nicht aus, um die Ausgaben, vor allem im sozialen Bereich, zu finanzieren. Wir finanzieren unseren Sozialstaat auf kommunaler Ebene über Schulden, dies geht auf Dauer zu Lasten der folgenden Generationen. Schulden die wir heute aufnehmen, um keine bleibenden Werte zu finanzieren, dürfen wir nicht an die folgende Generation übergeben. Dies ist aus unserer Sicht zu tiefst unsozial! Es ist an der Zeit, dass wir mit der viel zitierten „Nachhaltigkeit“ endlich ernst machen. Wir dürfen nicht mehr länger auf Kosten der nachfolgenden Generationen leben.

Trotz kontinuierlichem Bevölkerungsrückgang in den letzten Jahren, ist der Zuschussbedarf im GB300 (Soziales) seit 2009 um 22% gestiegen (von 71 Mio. € auf 86 Mio. €). Dies bedeutet 15 Mio. € Mehrausgaben nur in diesem Bereich. Diese Steigerungen lassen sich noch nicht einmal auffangen, wenn wir alle freiwilligen Leistungen auf einmal streichen würden.

Auch wenn uns Liberalen oft anderes nachgesagt wird, ist festzuhalten, dass wir zu freiwilligen Ausgaben stehen, gerade im sozialen Bereich. Wir müssen uns jedoch fragen, ob wir Gelder immer sinnvoll einsetzen?

Warum engagieren wir uns nicht mehr im Bereich der Obdachlosenhilfe oder stärken unsere Tätigkeiten im Bereich der offenen Jugendarbeit? Beschlossene Ausgaben, müssen jedoch auch in regelmäßigen Abständen einer Erfolgskontrolle unterliegen und wenn sich der erhoffte Erfolg nicht einstellt auch wieder eingespart werden.

Business diagram on financial report with coinsWir dürfen jedoch nicht neue freiwillige Ausgaben schaffen, die die Einsparbemühungen der Gemeinden unterlaufen. Wie zum Beispiel der Antrag A38/2014 von CDU/SPD mit der Schaffung eines zusätzlichen sozialen Stellenplans. So sehr wir einsehen, dass der Zielgruppe dieses Antrags geholfen werden muss, so wenig sehen wir die Zuständigkeit hierfür in der Kreisverwaltung – Arbeitsmarktpolitik ist Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit. Wegen der Finanznot bauen Städte und Gemeinden ihr Personal permanent ab. Beispielsweise werden in Schleiden innerhalb der nächsten Jahre sieben Planstellen eingespart. Wir müssen unsere Verantwortung gegenüber den benachteiligten Mitbürgern tragen, dazu stehen auch wir, nur müssen alle Anstrengungen unternommen werden, dies im normalen Stellenplan zu berücksichtigen.

Aber zurück zu möglichen Einsparungen. Die Schrauben die wir im Kreishaushalt drehen können, um die großen Ausgabenblöcke zu senken, sind leider nur sehr gering. Mit unserem Antrag A35/2014, den Haushaltsansatz für die DemografieInitiative zu kürzen, stellen wir die Bestrebungen zu diesem Thema nicht in Frage. Vielmehr machen die jährlichen Mittelüberträge deutlich, dass hier nachgesteuert werden kann. Uns ist durchaus bewusst, dass man mit diesem Betrag sicherlich keinen Haushalt in einer Größenordnung von 272.347.900 € sanieren kann, aber es ist der Appell an alle Kreistagsmitglieder, verehrte Kolleginnen und Kollegen im gesamten Haushalt nach Entlastungsmöglichkeiten zu suchen.

Große Einsparungen lassen sich nur über einen drastischen Personalabbau erzielen. Personaleinsparungen sind jedoch nur bei gleichzeitiger Aufgabenabgabe möglich.

Mögliche Beispiele:
– Auflösung der Kreispolizeibehörde
– Abgabe des Jugendamtes an die Städte Euskirchen und Mechernich
– Nicht-Bürgernahe Aufgaben zusammen mit anderen Kreisen oder Gemeinden erledigen, z.B. Personalbearbeitung
– Schaffung eines Bauhofes des Kreis und der Gemeinden

 

Es gibt aber auch Themenfelder, in denen es aus unserer Sicht sinnvoll ist die Aufgaben von den Gemeinden an den Kreis zu übertragen.

Förderschulen
Um den Inklusionsprozess im Kreis optimal zu begleiten und zu steuern, ist es zweckmäßig das der Kreis Träger aller Förderschulen im Kreis wird. Aber auch der Kreis wird mittelfristig zu klein sein, um ein tragfähiges und für alle Schüler geeignetes Konzept umzusetzen.

Wirtschaftsförderung
Sozial – und Wirtschaftspolitik wird immer als Konträr betrachtet, dabei fördert gute Wirtschaftspolitik soziale Ziele. Anstatt von Doppelstrukturen im Bereich der Wirtschaftsförderung brauchen wir eine gut agierende und vernetzte Wirtschaftsförderung, die nicht nur bis zur Gemeindegrenze schaut, sondern das Wohle aller im Kreis im Blick hat.

Festzustellen bleibt jedoch auch, dass eine Einsparung von 1-2 Mio. € Kreisumlage keine signifikante und dauerhafte Änderung an der strukturellen Finanzmisere der Kommunen bringt. Was jedoch nicht heißen darf, dass nicht auch im Kleinen gespart wird. Aus diesem Grund begrüßen wir ausdrücklich den Antrag der UWV, die Gemeinden, mit einer Entnahme aus der Ausgleichsrücklage, zu entlasten.

Wenn Ihnen allen sehr geehrte Damen und Herren wirklich etwas daran gelegen ist, etwas zum Wohle unserer Bürger zu ändern, geht das nur wenn wir gemeinsam eine Agenda 2025 für den Kreis Euskirchen erarbeiten und alle gemeinsam Zukunftsperspektiven für die Gemeinden und den Kreis entwickeln.

Wie stellen wir uns den Kreis im Jahr 2025 vor?
Brauchen wir 2025 noch 11 Kommunen im Kreis?
Müssen wir noch für jeden Verwaltungsakt ins Rathaus oder Kreishaus oder könnten wir nicht mehr über eGovernment (also online) erledigen?

Es darf keine Denkverbote geben! Die Erarbeitung einer solchen Vision funktioniert aber nur, wenn die Politik von Kreis und Kommunen auf Augenhöhe zusammenarbeitet.

Wir sollten uns mit Blick auf unsere Kinder und Enkel trauen, morgens in den Spiegel zu sehen. Vor diesem Hintergrund fordere ich vor allem die jungen Mitglieder dieses Kreistages auf, sich aus dem Korsett veralteter Strukturen zu lösen. Last uns gemeinsam unsere Zukunft gestalten!

Da in dem Haushalt kein Sparwille erkennbar ist, lehnt die FDP Kreistagsfraktion den Haushalt 2015 in der vorgelegten Form ab.

Euskirchen, den 10. Dezember 2014

Haushaltsrede im Kreistag zum Haushalt 2013

Sehr geehrter Herr Landrat, verehrte Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Zunächst möchte ich mich im Namen der FDP-Fraktion bei Herrn Hesenius stellvertretend für die mühevolle Kleinarbeit bedanken, die die Aufstellung des Haushalts mit sich gebracht hat.

Wie in den vergangen Jahren stellt uns auch dieses Jahr der vorliegende Haushaltsentwurf vor große Herausforderungen. Im Grunde bietet das Zahlenwerk der Politik keine Möglichkeiten mehr zu agieren.

Die Möglichkeiten der aktiven Gestaltung, wie sie der ein oder andere Angehörige dieses Kreistages noch von früher kennt, sind nicht mehr gegeben. Auch wenn es für einen Umlageverband ein leichtes ist neue freiwillige Aufgaben zu schaffen und sich die notwendigen finanziellen Mittel bei den Gemeinden zu „beschaffen“, sollte der Schwerpunkt der aktuell Verantwortlichen bei einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung liegen.

Haushaltskonsolidierung

Wenn man den Haushalt durchblättert, sucht man substantielle Einsparungen vergeblich. Der FDP Fraktion ist durchaus bekannt, dass der größte Teil der Ausgaben des Kreises Pflichtaufgaben und gesetzlich vorgeschrieben sind. Jedoch ist auch bei diesen Aufgaben ständig nach Optimierungsmöglichkeiten in den Prozess- und Arbeitsabläufen zu suchen.

Das mit der Arbeitsgruppe Finanz / Personal und Controlling eingesetzte Gremium, war aus Sicht der FDP Fraktion, ein Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn mit der Arbeitsgruppe das richtige Instrument geschaffen wurde, lassen die erzielten Ergebnisse dann doch zu wünschen übrig. Der Kreistag muss der Arbeitsgruppe konkrete Sparziele vorgeben.

Die Arbeitsgruppe Finanz / Personal und Controlling muss ihre Controllingfunktion stärker ausüben und vor allem freiwillige Ausgaben kritischer hinterfragen.

Seit der Kommunalwahl 2009 haben wir im Kreistag über 63 Projekte und zusätzliche Ausgaben beschlossen. Wir sehen das selbstkritisch, haben wir doch oft diese Beschlüsse mitgetragen. Dieser Weg der Aufgabenvermehrung kann jedoch so nicht weitergehen.

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Bei CDU und SPD sehen wir keine ernsthaften Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung. Vielmehr haben sich CDU und SPD zur Aufgabe gemacht, ständig neue freiwillige Aufgaben zu schaffen oder die Leistungsstandards zu erhöhen. Beispiele für dieses Verhalten sind in der Kreistagssitzung vom Dezember 2012 und heute genügend enthalten (Markenbildungsprozess, Sozialplan). Die FDP-Kreistagsfraktion wird sich auch zukünftig freiwilligen Ausgaben nicht grundsätzliche verschließen. Jedoch werden wir jede neue freiwillige Leistung kritisch hinterfragen. Gut gemeinte Geschenke, die den Einzelnen nur mit zwei-drei Euro entlasten, den Kreishaushalt jedoch im hohen 5-Stelligen Bereich belasten, werden durch uns nicht mehr unterstützt.

Aufgabe der Kreispolitik darf es auch nicht werden, (gut gemeinte) freiwillige Aufgaben für Städte und Gemeinden beim Kreis zu schaffen, da ein großer Teil der Städte und Gemeinden auf Grund der Haushaltslage diese freiwilligen Aufgaben nicht selbst einführen dürfen. Dies untergräbt die Anstrengungen der politisch Verantwortlichen in den Räten auf dem Weg der Haushaltskonsolidierung.

Wir halten auch die Kritik aus diesem Kreistag, mit der über die Vertreter der Kommunen unseres Kreises hergefallen wird, für übertrieben und fordern hier wieder mehr Sachlichkeit. Wir müssen die Bürgermeister und Ratsvertreter unseres Kreises als die Sachwalter ihrer Gemeinde und Städte sehen, die letztendlich die Verantwortung bei der Einnahmenbeschaffung auch der Kreisausgaben tragen und  somit selbstverständlich ein Recht haben, zum Kreishaushalt auch ihre Meinung kundtun zu dürfen.

Das neu in die Kreisordnung eingeführte Verfahren zur Benehmensherstellung und Anhörung der Städte und Kommunen KANN der Beginn eines sachlichen Dialogs sein. Dabei sollte in der Zukunft die Zeitschiene mehr bedacht werden, innerhalb derer sich auch die Politik mit den Anregungen beschäftigen muss. Darüber hinaus wäre es für die Kreistagspolitik hilfreich, EINE abgestimmte Version der Kritik zum Kreishaushalt zu bekommen.

Die Kritik der Gemeinden zu den 7 Millionen Euro Kreisrücklage nehmen wir ernst, hier fordern wir eine Reduzierung der Rücklage auf 4 Millionen Euro.

Zu überdenken sind auch die zahlreichen Gutachten, Konzepte und Berichte, die die Bürgerinnen und  Bürger in unserem Kreis teuer zu stehen kommen und von denen nicht immer davon ausgegangen werden muss, dass diese sich für den Steuerzahler rechnen.

Zu hinterfragen ist tatsächlich, ob die Kosten für einen Markenbildungsprozess dem Kreis so viel Impuls geben, dass sich diese Kosten auch wirklich rechnen. Auch wenn hier die FDP am Anfang diesen Prozess noch mitgetragen hat, so wurde dann aber deutlich, dass hier noch weitere Kosten aufgrund eigener Entscheidung des Kreises auf uns zukommen sollen. Da sagen wir als FDP lieber, lasst uns beizeiten aufhören, als hier das Geld der Gemeinden zu verbraten.

© bluedesign - Fotolia.com
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Der Kreistag darf nicht ausblenden, dass viele Kommunen in den nächsten Jahren gezwungen sind, die Hebesätze der Kommunalsteuern weiter drastisch zu erhöhen. Ein Blick auf die Hebesätze der Kommunen, die am NRW-Stärkungspackt teilnehmen, zeigt, wohin die Reise geht.

Trotz der steigenden Kostenübernahme durch den Bund im Bereich der Grundsicherung im Alter, konnten die Ausgaben des Kreishaushaltes nicht entsprechend gesenkt werden.

 

 

Eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung ist nur möglich, wenn sich der Kreis einer ernstgemeinten Haushaltsführung nach den Regeln eines Haushaltssicherungskonzepts unterzieht.

Bei der Darstellung des Stellenplans wünschen wir uns für die kommenden Jahre mehr Transparenz und Stellenwahrheit. Unserer Meinung nach kann es nicht sein, dass es neben dem Stellenplan ein „Schatten-Stellenplan“ mit Zeitverträgen gibt. Immerhin werden derzeit unseres Wissens 69 Stellen über Zeitverträge abgebildet.

U3-Betreuung

Zur Sicherstellung der U3 Betreuung wurden in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Mittel in die Schaffung neuer U3 Plätze investiert, um den Rechtsanspruch ab August 2013 erfüllen zu können.

Die Mehrheit des Kreistages war jedoch nicht bereit, für die U3 Plätze konsequent eine Beitragsgerechtigkeit bei den Elternbeiträgen herzustellen. Der Forderung nach einheitlichen Elternbeiträgen für die U3 und Ü3 Betreuung-unabhängig vom Gruppentyp- wurde von der Mehrheit nicht unterstützt.

Die reinen U3 Gruppen werden somit für Eltern unattraktiv. Dies ist aus unserer Sicht verfehlte Familienpolitik!

Demographischer Wandel

Die Folgen des demographischen Wandel sind immer deutlicher zu spüren (Schülerrückgang, wachsender Altersdurchschnitt der Bevölkerung). Selbst im einwohnerstarken Nordkreis muss sich die Politik mit dem Folgen des Wandels beschäftigen. Der Kreis hat die Problemstellung rechtzeitig erkannt und versucht über den Demographie-Prozess steuernd entgegen zu wirken.

Bei den Ausgaben zum Demographie-Prozess sollte jedoch auch darauf geachtet werden, dass nur Ausgaben getätigt werden, die im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel stehen.

Die NRW Landesregierung scheint noch nicht erkannt zu haben, dass sich vor allem der ländliche Raum bereits heute mit den Folgen des demographischen Wandels auseinander setzen muss. Die Landesregierung muss hier unverzüglich handeln, damit im ländlichen Raum auch in Zukunft eine Daseinsvorsorge möglich ist.

Wenn es nicht kurzfristig zu verschiedenen Gesetzesinitiativen kommt, ist z.B. eine wohnortnahe Beschulung unserer Kinder mittelfristig in den einwohnerschwachen Regionen nicht mehr möglich. Hier ist z.B. dringend eine Anpassung der Klassenrichtzahl für den ländlichen Raum notwendig, um echte kleine Klassen im Grundschulbereich zu ermöglichen.

Bildungspolitik

Mit dem Bestreben, eine kreisweite Schulentwicklungsplanung für die Förderschulen zu erarbeiten, nimmt der Kreis durchaus eine Vorreiterrolle ein. Der falsche Weg wäre es jetzt, tatenlos abzuwarten und sich im Herbst von der Gesetzgebung zur Umsetzung der Inklusion überrollen zu lassen.

Die Bündelung von verschiedenen Kompetenzen (wie z.B. Integrationszentrum, Inklusionsbeauftrage, regionale Koordinierungsstelle Übergang-Schule-Beruf) im Geschäftsbereich 3 wird von der FDP Kreistagsfraktion ausdrücklich unterstützt.

In letzter Zeit wurde der Kooperation des BZE und der FH Aachen viel öffentliche Aufmerksamkeit geschenkt. Ein weiterer Ausbau dieser Kooperation ist aus unserer Sicht erstrebenswert, damit die Studenten mehr als nur einige wenige Wochen in der Region sind und sich so positive Effekte auch auf unsere Wirtschaft ergeben.

Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch zwei hervorragende Schulen im Bereich der Berufsbildung und Weiterbildung haben. Da vor allem die Abschlüsse der Fachschulzweige denen eines Bachelors gleichwertig (Stufe 6 im Deutschen Qualitätsrahmen) sind, sind unsere Berufskollegs eine wichtige Säule bei der Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs in der Region.

In diesem Zusammenhang ist kritisch der Weg der NRW Landesregierung zu erwähnen, dass durch die Einführung der regionalen Koordinierungsstelle „Übergang Schule Beruf“ eine „Präventionsrendite“ von insg. 500 Lehrerstellen in den 250 Berufskollegs NRW erwartet wird. Dies ist aus unserer Sicht der falsche Weg. Die Lehrer müssen im System bleiben!

 

Fazit

Die FDP Kreistagsfraktion weiß natürlich, dass wir einen sehr großen Teil des Haushaltes nicht beeinflussen können. Diesem Teil des Haushaltes würden wir gerne zustimmen. Da jedoch eine differenzierte Abstimmung nicht möglich ist und wegen der nicht vorhandenen Kooperationsbereitschaft der großen Koalition mit den Städten und Gemeinden bei der Hinterfragung von Standards und freiwilligen Leistungen, lehnt die FDP Kreistagsfraktion den Haushalt ab.

Mit Blick auf die Haushaltslage der Städte und Gemeinden können wir auch nicht verstehen, dass vor allem Linke und Grüne sich eher noch mehr Ausgaben wünschen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Ausstellung „Kunst im Dritten Reich – Werner Peiner – Verführer oder Verführter“

Am 19.05.2012 wurde im KunstForumEifel in Gemünd die Ausstellung zu Werner Peiner eröffnet. Initiator der Ausstellung ist der Förderverein Maler der Eifel unter der Künstlerischen Leitung von Dr. Dieter Pesch.

Bereits vor der Eröffnung wurde die Ausstellung von verschieden Gruppierung als Verherrlichung „brauner“-Kunst bezeichnet. Trotz aller öffentlicher Kritik an der Ausstellung, bin ich der Einladung des KunstForumEifel zur Eröffnungsveranstaltung gefolgt um mir selbst ein Bild zu machen.

In der Ausstellung werden neben Peiner-Werken sehr viele Begleittexte gezeigt, wodurch es eher den Charakter einer Dokumentation bekommt. Durch die vielen Begleittexte ist für die Besichtigung der Ausstellung/Dokumentation viel Zeit einzuplanen. Allen Kritikern empfehle ich, trotz der Vorbehalte, sich persönlich ein Bild über die Aufarbeitung des Themas zu machen.

Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus muss auch im Themenfeld Kunst möglich sein. Des weiteren sollten Dokumentationen mit diesem Themenbezug, nicht allein auf Vogelsang zugänglich gemacht werden.

Von Seiten der Politik waren leider nur wenige Vertreter anwesend, was ja ehr die Ausnahme bei Ausstellungseröffnungen ist. Haben hier bei evtl. die Vorurteile gesiegt?

Für die Dauer der Ausstellung wird vom „Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ eine Protestprogramm organisiert.

Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Rundschau

Papierloser Sitzungsdienst im Kreis Euskirchen

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Die Kreisverwaltung möchte zusammen mir einigen Kreistagsmitgliedern den papierlosen Sitzungsdienst testen. Bis Ende 2012 soll entschieden werden ob zukünftig auf Papier verzichtet werden kann.

Bei dem papierlosen Sitzungsdienst werden die Vorlagen und Dokumente elektronisch auf Notebook oder Apple iPad zur Verfügung gestellt. In der Testphase bekommen einige Kreistagsmitglieder von der Kreisverwaltung ein iPad zur Verfügung gestellt um das neue Verfahren testen zu können. Am Test nehmen auch einige Kreistagsmitglieder mit eigenen Notebook bzw. iPad teil.

Derzeit werden den Kreistagsmitgliedern alle Vorlagen und Dokumente per Post zugestellt. Das sind in den Sitzungswochen mehrere Postsendungen pro Woche. Vor den Sitzungen müssen dann die „lose-Blatt-Sammlungen“ sortiert werden.

Die Vorlagen konnten bereits seit längeren über das Ratsinformationssystem als PDF geladen werden. Es wurde jedoch nur ein PDF mit der gesamten Tagesordnung angeboten. Da der Umfang der Sitzungsunterlagen auch mal 1.500 Seiten und mehr erreichen kann, war das blättern durch solch ein großes PDF-Dokument nicht sehr komfortabel. Die speziell für den Sitzungsdienst entwickelte Software für Windows Notebooks bzw. das iPad bildet in der aktuellen Version bereits sehr gut die Abläufe in einer Sitzung ab.

Mit den neuen Verfahren versprechen sich Politik und Verwaltung zukünftig Kosten und Zeit zu sparen.

40 Jahre Hans-Verbeek-Schule

Am 12. Mai feierte die Förderschule (Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) ihr 40 jähriges Bestehen. Viele Gäste sind der Einladung von Schulleiterin Schmitz gefolgt.

Absoluter Höhepunkt der Feierstunde waren die Auftritte der Schulband.

Es wurde eindrucksvoll gezeigt was man mit individueller Förderung erreichen kann. Bei aller notwendigen Diskussionen zur Inklussion darf man die gute Arbeit die an den Förderschulen gemacht wird, nicht vernachlässigen.

Großer Zuspruch beim Kulturfrühstück der FDP in Blankenheim

Hans Reiff, Christian Grau, Prof. Henrik Hanstein, Dr. Ingo Wolf

Sehr gut besucht war das Kulturfrühstück der FDP in Blankenheim.
Rund 60 Kunstschaffende und Kulturinteressierte hatten den Weg auf den Burgberg in Blankenheim gefunden und waren der Einladung der FDP-Kreistagsfraktion zum Informationsaustausch gefolgt.

„Dieses große Interesse an unserer Veranstaltung zeigt uns, das wir den richtigen Weg für einen guten Informationsaustausch zwischen der Kultur und der Politik geschaffen haben“ erklärt Christian Grau, Vorsitzender des Kulturausschusses im Kreistag.

Sicherlich waren die beiden Referenten des Tages, Professor Henrik Hanstein (Geschäftsführer des bekannten Kunsthauses Lempertz in Köln) und Manfred Lang (erklärter Anhänger der Eifeler Kultur) Zugpferde für die Veranstaltung.

Unter der Überschrift „Vermarktung von regionaler Kunst“ referierte Prof. Henrik Hanstein mit beeindruckenden kunsthistorischen Kenntnissen und gewürzt mit vielen Anekdoten über die Entwicklung des Kunsthandels über die Jahrhunderte bis in die Neuzeit. Er plädierte für eine Unterstützung der regionalen Künstler durch die Kommunen. Das Bereitstellen von Räumlichkeiten für Ausstellungen sei eine sehr gute Möglichkeit zur Förderung der regionalen Künstler, die sich auch finanzschwache Kommunen leisten können.

Manfred Lang glänzte anschließend einmal mehr als exzellenter Erzähler der Eifel Kultur und der Wesensart der Eifeler Menschen. Seine Erzählungen aus seiner Jugendzeit vom Messdiener bis zum „Brandstifter“ der elterlichen Scheune waren kurzweilig und brachten die Lacher auf seine Seite.

Im Resumee wird die erfolgreiche Veranstaltungsreihe der FDP-Kreistagsfraktion fortgesetzt, so Hans Reiff, der Fraktionschef der Liberalen im Kreistag.
„Wir haben unsere Veransstaltungen zwischenzeitlich auch um „Kulturrundgängen“ in den Ortschaften ergänzt.“

Wettbewerbsfähige Ausbildung am Thomas Eßer Berufskolleg Euskirchen

Unter dem Motto „Face the Future“ (Begegne der Zukunft) stellten am 02. Februar die Absolventen des Bildungsgang „Informations-technischen-Assitenten“ (ITA) ihre Abschlussarbeiten vor Vertretern aus Industrie, Handwerk und Politik auf dem ITA-Forum vor.

Das ITA-Forum wird bereits zum achten Mal von dem Thomas Eßer Berufskolleg (TEB) durchgeführt.
„Auf beeindruckende Weise präsentieren die Schüler und die Schule hier die gute Qualität der Ausbildung.“ sagt Christian Grau, Vorsitzender des Schulausschusses im Kreistag Euskirchen.
Die von den Schülern vorgestellten Projekte orientierten sich an vorhandenen Problemstellungen und werden zukünftig im Schulbetrieb des TEB weiter genutzt. Zu den Projekten zählte unter anderen die Erstellung einer neuen und modernen Internetseite für das Berufskolleg.

„Die Umsetzung und Präsentation aller Abschlussarbeiten erfolgte auf einem sehr hohen Niveau. Die Schüler werden im TEB optimal auf das Arbeitsleben vorbereitet.“, so Grau, der auch Mitglied im Rat der Stadt Zülpich ist und seinen Schwerpunkt in Jugend- und Schulpolitik setzt.