Interkommunale Zusammenarbeit

In den 1960er setzte sich die Erkenntnis durch, dass die damaligen Gemeindestrukturen nicht mehr zukunftsfähig sind und an die aktuelle Zeit angepasst werden müssen. Die Gemeinden waren zum damaligen Zeitpunkt zu klein um alle anfallenden Aufgaben mit einen wirtschaftlichen Verwaltungsapperat stemmen zu können. Unsere heutigen Strukturen in Nordrhein-Westfalen sind das Ergebnis der Gebietsreform die Anfang 1975 ihr Abschluss fand.

Heute, vierzig Jahre nach der letzten großen Gebietsreform, stellt sich erneut die Frage ob unsere Städte und Gemeinden, vor allem im ländlichen Raum, noch den aktuellen Herausforderungen gewachsen sind. Auf der einen Seite steht der ständige Aufgabenzuwachs der von Land und Bund an die Kommunen übertragen wird und auf der anderen Seite die immer größer werdenden Haushaltslöcher in den kommunalen Kassen.

Eine erneute Gebietsreform wie in den 1970er scheint derzeit eher ausgeschlossen, da selbst heute noch viele Einwohner sich nicht mit den „neuen“ Hauptorten identifizieren. Des Weiteren kann eine Gebietsreform nur eingeschränkt durch Kommunen selbst initiiert werden. Hierfür wäre eine umfangreiche Landesgesetzgebung notwendig und derzeit sehe ich da niemand der mit diesem Thema aus der Deckung möchte.

Nichtsdestotrotz sehe ich mittelfristigen Handlungsbedarf um weiterhin effektive und wirtschaftliche Verwaltungen, auch im ländlichen Raum, vorzuhalten. Im Grunde sind heute, wie in den 1960er, unsere Kommunen zu klein um die steigende Anzahl an Aufgaben in einen wirtschaftlich vertretbaren Rahmen erledigen zu können.

Interkommunale Zusammenarbeit bietet die Chance das Fachkräfte und Dienstleistungen weiterhin in der Kommune vorgehalten werden können und nicht z.B. an übergeordnete Institutionen, wie den Kreis abgegeben werden müssen. Dabei sind die Ausgestaltungsvarianten der Interkommunalen Zusammenarbeit von der einfachen Arbeitsgemeinschaft über den Zweckverband bis hin zu gemeinsamen Kommunalunternehmen denkbar.

Die Bereiche in denen Kommunen zusammenarbeiten können sind sehr groß. Grundsätzlich eignen sich alle Bereiche eine Verwaltung dazu, z.B:
  • Beschaffungsmanagement
  • Immobilienmanagement
  • Bauhof
  • Kasse
  • Personaldienstleistungen
  • Informationstechnologie
  • Tourismus- und Standortmarketing
  • Aus- und Fortbildung
  • Feuerwehr, Brandschutz
  • Ver- und Entsorgung
  • Kommunale Friedhöfe
  • Straßenreinigung
  • Bau und Unterhaltung von Sportstätten
  • ….
Wenn die Ausgestaltung der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den Partnern auf Augenhöhe geschieht, ist langfristig mit einer Effizienzsteigerung, Kostensenkung, Verbesserung der Qualität und Verbesserung der Angebote zu rechnen.

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